PRESSECLUB

  
Diplomaten auf Stippvisite 

20 Botschafter, Gesandte und Attachees aus aller Herren Länder besuchten am Wochenende die Region Rostock . 

Rostock (OZ) Mister Soo Yun Choo ist das erste Mal in M-V. Vor zwei Wochen wurde er von seiner Regierung in Südkorea als Generalkonsul nach Deutschland geschickt. Am Wochenende gehörte er zu den Gästen des Rostocker Marketing-Clubs, der Botschafter, Gesandte und Attachees zu einem Besuch an der Küste eingeladen hatte.

Mister Soo Yun Choo ist glücklich hier zu sein. Und erstaunt. „Ich habe gedacht, die Entwicklung hier in Ostdeutschland ist so ähnlich wie in Nordkorea. Dass in den Jahren nach der Wende so viel geschafft wurde, finde ich großartig.“ Der Diplomat lächelt und Norbert Griese, Präsident des Marketing-Clubs, hat die beste Bestätigung dafür, dass die nicht ganz billige Veranstaltung wichtig ist. „Wir wollen, dass die Leute uns und unser Land kennen lernen. Über die persönliche Ebene lässt sich so manches Geschäft besser organisieren.“ Der Marketing-Club will mit dem Slogan: „Pro Rostock“ für Aufschwung in der Region sorgen. „Wir müssen neue Märkte erschließen.“

Für die geladenen Exzellenzen begann die Offensive am Freitag mit einer Rundfahrt durch Rostock. Südafrikas Botschaftsvertreterin Maria Sibanda-Thusi war 2001 schon mal hier. „Die Stadt wird immer schöner“, sagt sie und dass man mehr Zeit haben müsste, sich alles anzusehen. Am Abend gibt es die Klassik-Nacht im Zoo. Danach geht es in die Betten im noblen Kempinski Grand Hotel Heiligendamm. Sponsoren haben das Extraklasse-Wohlfühlwochenende finanziert.

Samstag. Ein Bus hält vor der Residenz. „Echt cool. Schulung von Kindern im fahrenden Klassenzimmer“ steht darauf. Die Diplomaten werden zum Warnemünder Passagierkai gebracht, wo sie vom Kapitän der „ArosaBlu“ erwartet werden. Er erzählt, dass der Kreuzliner ausgebucht ist und dass die meisten Beschäftigten im Service Arbeiter von den Philippinen sind. Die Diplomaten sind höflich. Keiner fragt, warum die Leute nicht aus M-V kommen. Außerdem steht schon der nächste Programmpunkt an. Griese kündigt den Vortrag „des wohl innovativsten Unternehmens in der Region“ an. Die SIV.AG hat ihren Firmensitz in Roggentin. „Früher“, so erzählt Firmenchef Jörg Sinnig in gebrochenem Englisch, „waren wir in Bad Sülze. Da hat uns niemand ernst genommen.“ Jetzt sei das Unternehmen auf Expansionskurs. Der spanische Attachee fragt nach den Hauptgeschäftspartnern. „Stadtwerke, Neubrandenburg, Stadtwerke Rostock, Stadtwerke Schwerin“, zählt Sinnig stolz auf.

Ortswechsel. In Bad Doberan staunen die Gäste über das Münster. Bei der Fahrt mit dem Molli gibt es Sekt und abends ein Gala-Diner im Kempinski. Es ist schön in M-V. Viele Diplomaten müssen dennoch abreisen. Am Sonntag ist für die restliche Runde der Besuch des Warnow-Tunnels vorgesehen. Dann heißt es Abschied nehmen und Bilanz ziehen. Jemens Vertreter Ali Aqlan kann sich vorstellen, dass sein Land Leute schickt, um sie im Schiffbau ausbilden zu lassen. „Aber das ist nur eine Idee.“ Ägyptens Botschafter Mohamed Elorabi versichert, das Land in angenehmer Erinnerung zu behalten, Südkoreas Generalkonsul fand das Wetter sehr gut. Marketing-Präsident Norbert Griese ist zufrieden. „Mehr habe ich nicht erwartet.“ 

MANUELA PFOHL
Foto: Häntzschel/nordlicht
3ART internet & marketing
 
Acula - Medien GmbH
 

© 3ART 2002 - Impressum